Baufinanzierung

Durchblick im Förderdschungel

Förderungen für Ihr Finanzierungsvorhaben. Ein Überblick über aktuelle Möglichkeiten.

In Deutschland ist die Immobilienquote die zweitniedrigste in Europa. Das ist statistisch belegt. Unstrittig ist auch die Tatsache, dass Immobilienbesitz eine wichtige Säule der Altersvorsorge ist. Die Lücke zwischen dem aktuellen Nettoeinkommen und der zukünftigen Rente wird gefühlt immer größer. Die Kosten für Wohnraum – also die Miete – wird tendenziell aber steigen. Da ist das Risiko der Altersarmut nicht von der Hand zu weisen.

Viele sind sich dessen bewusst. Der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen, für viele aber leider auch schwer erreichbar. Die Banken nehmen bei der Prüfung eines Kreditantrages eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung vor und setzen für „Essen, Trinken, Freizeit“ Pauschalwerte an. Außerdem werden Kosten für Versicherungen und das Auto abgezogen, so dass der Überschuss oftmals nicht mehr für eine Kreditrate ausreicht. Der Traum von der eigenen Immobilie könnte damit schnell geplatzt sein.

Fördermittel unterstützen vor allem junge Familien

Der Klassiker ist die KfW. Diese Förderbank ist keine Bank mit Filialen oder Finanzierungsberatern. Die KfW arbeitet mit den Banken zusammen und ermöglicht die Vergabe von günstigen Krediten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die KfW als „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ gegründet. Heute unterstützt sie auch Investitionen in Umwelt, Klimaschutz, Bildung und vielem mehr. Wer dort einen Kredit beantragen möchte, muss dafür immer bei einer Bank vorstellig werden. Diese nimmt die Vorprüfung vor und leitet die Anfrage dann an die KfW weiter.

Grundsätzlich fördert die KfW jeden Immobilienerwerb zur Selbstnutzung. Zusätzlich teilen sich die Programme nach unterschiedlichen Themen auf, wobei die Unterstützung von Klimafreundlichkeit bei vielen wohnwirtschaftlichen Programmen im Vordergrund steht.

In der Regel sind diese Programme aber nur ein Baustein zur Immobilienfinanzierung. Unterstützung gibt ein fachkundiger Finanzierungsberater.

Öffentliche Mittel – komplizierte Beantragung aber unschlagbar günstig

Es klingt fast zu schön um wahr zu sein: Der Zinssatz für öffentliche Mittel beginnt bei 0,5%. Die Zinsstufe wird aus dem Einkommen, der Anzahl der Kinder und weiteren Fördermöglichkeiten errechnet. Allerdings kommen in der Regel nur Familien mit einem geringeren Einkommen in den Genuss der günstigsten Förderung. Genau das ist aber auch das Ziel: Förderung von Bedürftigen.

Um seine Fördermöglichkeiten zu ermitteln, gibt es im Internet einen Chancenprüfer. Nach Erfassung einiger Eckdaten wird dort der Anspruch angezeigt. Gleichzeitig erhält man dann auch direkte Telefonnummern der Sachbearbeiter für einen Antrag. Die öffentlichen Mittel werden nämlich nicht bei der Bank, sondern bei der Stadt bzw. der Gemeinde beantragt. Zunächst fragt man an, ob aktuell Fördermittel zur Verfügung stehen und lässt sich dann bei der Bewilligungsbehörde beraten und kann dort dann einen Antrag stellen.

Der Kreditgeber ist dann aber nicht die Gemeinde sondern die NRW.BANK. Das ist die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen. In dieser ist auch die damalige WFA, die Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen, aufgegangen.

Der nächste Weg führt dann zum Finanzierungsberater: In der Regel wird der Betrag, der nicht durch die öffentlichen Mittel abgedeckt ist, durch eine Bank finanziert. Da die Zusage der Fördermittel oft sehr lange dauert, wird die Bank auch eine Zwischenfinanzierung vornehmen, damit der Kaufpreis der Immobilie pünktlich gezahlt werden kann.

Neue Möglichkeiten seit 2023

Seit September 2023 gibt es noch eine weitere Förderungsmöglichkeit der NRW.BANK. Mit dem Zweck der Förderung von Wohneigentum wurden neue Finanzierungsmöglichkeiten der eingeführt. Diese werden nicht, wie die öffentlichen Mittel, bei der Stadt oder Gemeinde beantragt, sondern über die Hausbank. Aktuell gibt es drei Förderkredite: Wohneigentum für selbstnutzende Immobilienkäufer, Kredite für Baumaßnahmen zur Barriereduzierung und ein Finanzierungsbaustein für den Erwerb oder Bau von nachhaltigem Wohneigentum.

Auch diese Programme haben i.d.R. Zinssätze weit unter Marktniveau. Leider bieten noch nicht viele Banken die Antragsannahme und Weiterleitung an die NRW.BANK an. Es ist aber davon auszugehen, dass die Anzahl sukzessive steigen wird.

Weitere staatliche Zuschüsse bei energetischen Maßnahmen

Während die vorgenannten Förderungen sich auf Kreditmöglichkeiten beziehen, gibt es noch attraktive Förderungen bei der Sanierung von Immobilien mit dem Ziel der Energieeinsparung. Die BAFA-Förderung sind Zuschüsse auf das Basis der Investitionskosten und werden entweder direkt an den Eigentümer überwiesen oder als Sondertilgung auf Förderkredite verbucht.

Plant man eine Sanierung seiner Immobilie oder erwirbt eine sanierungsbedürftige Immobilie ist der Einsatz eines Energieberaters unabdinglich, um keine Förderung zu verschenken.

Resümee

Tatsächlich erscheint die Menge an Förderungsmöglichkeiten zunächst undurchschaubar. Der traditionelle Weg zur Hausbank bringt oftmals keine Klarheit, da diese normalerweise die eigenen Kredite verkaufen möchte und die Berater außerdem nicht im Bereich aller Förderkredite geschult sind.

Freie Finanzierungsvermittler haben oftmals einen größeren Überblick, da die Expertise vorhanden ist und Förderkredite über deren Computerprogramme beantragt werden können. Ebenso kennen Makler und Finanzierungsvermittler auch oftmals verlässliche Energieberater, die bei einer Immobilie Sanierungsbedarfe erkennen und die entsprechenden staatlichen Zuschüsse ermitteln und beantragen können.

Die Immobilie ist die größte Investition im Leben und wenige Verträge begleiten einen über einen so langen Lebenszeitraum wie der Kaufvertrag für das eigene Haus. Von daher ist die Zeit, die man in ein Beratungsgespräch investiert auf jeden Fall wertvolle und gut investierte Zeit.